Seit über einem Jahr beschäftigt sich die Ordensleitung und viele Ritter des Alten Ordens mit den negativen Entwicklungen auf fast allen Gebieten in ganz Europa. Dazu gehören nicht nur die planlose Tagespolitik, die hinkende Wirtschaft und internationale Finanzwelt, kaum ein Fortschritt in den (high-) technischen Fächern und in der naturwissenschaftlichen Forschung mit entsprechendem Erfindergeist, sondern auch die Bedeutung Europas am Schachbrett der Weltpolitik.
Aus der vorläufig unbeantworteten Frage - quo vadis Europa? wollen wir uns gemeinsam besinnen auf:
EUROPA - Identität - historischer Auftrag
Was hat der alte Kontinent zu bieten? Wo liegen unsere Stärken, unsere Kultur?
Willkommensansprache des Gouverneurs
Prinz Gundakar von und zu Liechtenstein
Ansprache des Kanzlers
Graf Peter zu Stolberg-Stolberg
Vorträge
Das Christliche Naturrecht und der Gottesbezug als Grundlage Europas
Monsignore Univ.-Prof. Dr. Peter Schallenberg
unterrichtet Moraltheologie an der Theologischen Fakultät Paderborn und ist als fundierter Autor („Gut besser Gott“, „Kirche ohne Moral?“ und vieler wissenschaftlicher Beiträge über Gesellschaft und Christliche Sozialpolitik), ein weltweit gefragter Vortragender. Nebst dem oben angeführten Thema erwähnte er auch die praktische Richtschnur des Apostolischen Glaubensbekenntnisses für das täglichen Leben.
Die Wurzeln Europas entgegen dem juristischen Grundprinzip
"Ultra posse, nemo obligatur"
(über das Können hinaus, wird niemand verpflichtet)
P. Dkfm. DDr. Justinus Pech, OCist
ist Theologe, Autor und Wirtschaftswissenschaftler mit Promotion in Wirtschaftsethik. Seit 2006 Pater im Zisterzienserstift Heiligenkreuz, 2011 Priesterweihe. Er verbindet spirituelles Leben mit unterneh-merischem Denken, lehrt heute Fundamentaltheologie und Leadership an Hochschulen und berät
Führungspersönlichkeiten. In seinem Vortrag fragt er nach den Wurzeln Europas und was wir hinter-lassen müssen, damit unsere Nachfahren, sowie das Christentum und Europa weiter-/überleben.
Die Gleichheit als Grundwert Europas im Spiegel der Schule von Salamanca
Univ.-Prof. Dr. Tilmann Repgen
hält an der Universität Hamburg den Lehrstuhl für deutsche Rechtsgeschichte, Neuere Privatrechts-geschichte und Bürgerliches Recht. Seit 2010 Dekan der Fakultät für Rechtswissenschaft. Habilitation zur sozialen Aufgabe des Privatrechts während der Industriellen Revolution am Ende des 19. Jhdt. Zahlreiche Publikationen zur Schule von Salamanca, rezent auch zu „Staat und Erziehung“, sowie zu „Bildung im Spannungsfeld von Wissenschaft und Ideologie“. Als Rechtshistoriker erläuterte er die Entwicklung der Menschenrechte von der Antike bis heute. Sein plausibler Fokus lag auf der iberischen Landnahme in Mittel- und Südamerika, zwecks Gewinnung von Bodenschätzen, was zur Unterdrückung der indigenen Bevölkerung führte. Dementgegen argumentierten Mitte des 16. Jhdt. die Philosophen und Theologen der sog. ´Schule von Salamanca´, welche die Gleichheit aller Menschen als Gerechtigkeitsfrage diskutierten und, mit Unterstützung von Königin Isabella I. als allgemeines Grundrecht gegen die Sklaverei und Ausbeuterei, anerkannt bekamen.
Die Gnadenlehre in Bezug zur wachsenden Christenverfolgung
P. Mag. Josef Herget, CM
Als Lazaristen-Pater wirkte Herget jahrelang als Missionar in Anatolien, Türkei und als Seelsorger auch für Perser; er betreibt in Mariazell das St. Justinus Institut der Erstverkündigung und kirchlichen Integration, wo er Laien-Katechisten u.a. ausführlich über den Islam aufklärt. P. Herget spricht auch über die Glaubensverkündigung an Andersgläubige und über das große Interesse von Muslimen am Wesen des christlichen Glaubens. Unterstützt von seinem Adlatus, P. Axel Lainer CM, warnten die beiden vor der systematischen Unterwanderung, der raschen Islamisierung Europas. Der Islam kenne nur Gläubige und Ungläubige (Kafirs) und strebe die Weltherrschaft an. Die Inkompatibilität beider Religionen (Christentum und Islam), seien schon von ihren Ansätzen her, offenkundig. Das zeige sich in den völlig gegensätzlichen Gottesbildern. Die Gottesebenbildlichkeit, wodurch uns die einzigartige Menschenwürde geschenkt wird, ist im Islam undenkbar, ja sogar verboten. Sie wird im Koran als Fälschung der, wieder zu errichtenden ´Religion Adams´ gebrandmarkt. In konstitutiv asozialer Eigenverantwortlichkeit handelt der Muslim nur für sich selbst, muss Allah lebenslang gehorsam dienen und darf Allah nicht lieben, sondern nur anbeten. Wem und wofür Allah sein angepriesenes Erbarmen zuteilwerden lässt, ist nicht vorhersehbar. Von der biblischen Sündhaftigkeit und Erlösungsbedürftigkeit des Menschen ist im Islam keine Rede, ebenso wenig vom Gottesbild der Dreifaltigkeit und von der persönliche Ansprache des Herrn mit „Lieber Gott“.
Problematisch sei deshalb die im Koran vorgeschriebene Verfolgung der von ihnen als Ungläubige bezeichneten Juden und Christen. Leider werde es im total säkularisierten Europa immer schwerer, den wahren Glauben zu verkündigen, weshalb grundlegende Wesensmerkmale und Elemente der christlichen Religion heute nicht mehr bekannt seien, was zur Schwächung des christlichen Europas, seiner Kirchen und Kultur geführt habe. Dies sei in Bezug zur Einigung Europas von großer Aktualität.
Das egalitaristisch tolerante Religionsverständnis „Sowohl-als-auch“ ist zwischen Christentum und Islam nicht angebracht; vielmehr gilt ein bewusstes, gegenseitig respektiertes „Entweder/oder“. Dennoch empfahlen die Patres den ungezwungenen Versuch des freundschaftlichen Dialogs mit einzelnen Muslimen im kleinen Bereich, sowie die Lektüre des Korans und der Bibel, um die grund-legenden Unverträglichkeiten besser zu verstehen und dagegen effektiv argumentieren zu können.
Abschlussdiskussion
mit Univ.-Prof. Dr. Tilmann Repgen und P. Mag. Josef Herget, CM