Illustrioribus et nobilitati

Es ist unser Gelöbnis, gegen das achtfache Elend - Krankheit und Verlassenheit, Hunger und Heimatlosigkeit, Lieblosigkeit und Schuld, Unglaube und Gleichgültigkeit - anzukämpfen. Es tritt in den Epochen der Geschichte in unterschiedlichen Formen auf. Jede Generation von Ordensrittern muss laufend festlegen, wie sie den Kampf in ihrer Zeit führt.

Andacht: Bildbetrachtung von HW MMag. Dr. Manfred Müller über Rogier van der Weydens "Anbetung der Könige"

Mit dem prachtvollen, in seiner menschlich widersprüchlichen Art vieldeutigen Bild der Heiligen Familie in der Krippe von Bethlehem und der Anbetung Jesu durch die drei Weisen aus dem Morgenland, erklärte HW MMag. Dr. Manfred Müller bei der Weihnachtsfeier des Alten Ordens vom St. Georg kunstkundig und theologisch die einmalige Bedeutung des Festes der Menschwerdung Gottes, bis hin zum Kreuzestod als Erlöser (ref. kleines Kruzifix über Mariens Kopf), zur dankbaren Freude aller Anwesenden. 

 

Im Kontrast zur Geburt Jesu Christi, und dem, im goldenen Schnitt des Bildes nackt daliegenden, mit ausgestreckten Ärmchen um Aufnahme bittenden Baby, definierte der im Lebensschutz tätige Priester und Seelsorger gegen Schluß seiner Ausführungen die straffrei gestellte, und damit quasi legalisierte, Tötung von ungeborenen Menschen als das Schlüsselelement für das grundsätzlich Böse, für die Kultur des Todes, an deren Folgen Europa, das einstmalige Christliche Abendland, im Begriff zu sein scheint, endgültig zugrunde zu gehen.

 

Das, auf umfassende theologische Bildung hinweisende Kunstwerk wurde um 1455 als zentrales Altarbild vom flämischen Meister Rogier van der Weyden, für die im 2. Weltkrieg zerstörte romanisch-gotische St. Columba Kirche in Köln gemalt. Es kann heute in der Alten Pinakothek in München bewundert werden.