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Arbeitskonvent 2021

Das Recht auf Leben und die Freude am Leben

Beihilfe zur Tötung – NEIN, Beistand und Heilung – JA

Wie schon im vergangenen Jahr fand der diesjährige, bereits 21. Sommerliche Arbeitskonvent des Alten Ordens vom St. Georg (AOvStG) wieder in Wien und wieder im eleganten Billrothhaus der Gesellschaft der Ärzte am 27. und 28. August 2021 statt. Diesmal zum politisch aktuellen Thema der Aktiven Sterbehilfe, auch genannt ‘Assistierter Suizid‘ oder, historisch schwer belastet, ‘Euthanasie‘. Sechs Wissenschaftler referierten professionell aus den Bereichen Recht, Philosophie, Naturrecht, Psychiatrie, Medizin und Theologie. Dabei entstand eine Art Konsens für die gesetzliche Regelung, dass jeder, der aktive Sterbehilfe will, vor seinem ´assistierten Suizid´ eine zweijährige palliativ-medizinische Behandlung bekommt, bzw. durchmachen muss.

Ordensgouverneur Prinz Gundakar von und zu Liechtenstein bedankte sich bei den Vortragenden für die Vermittlung ihrer Erkenntnisse.

Er skizzierte den jahrhundertealten, christlichen Ritterorden und seine zumeist akademischen Mitglieder im Bemühen um die „rechtlichen und staatlichen Rahmenbedingungen, die für den einzelnen eine menschenwürdige Vollendung im Bewusstsein seiner Pflicht und freier, verantwortlicher Gewissensentscheidung ermöglichen und gewährleisten können soll.“

Voraussetzung dafür sei der christliche Grundwert der Solidarität, die sich nicht in einem vagen Gefühl des Mitleids oder der oberflächlichen Rührung erschöpft, sondern in der beständigen Entschlossenheit, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Im Gegensatz zu politisch zweckmäßigen Maßnahmen sei dieses Bestreben eine Tugend zur Überwindung der inneren Spaltungen, unter welcher jedes Individuum und die Gesellschaft leide.

Zum Tagungsthema meinte er, kein Mensch stirbt gerne, keiner bringt sich gerne um, jeder möchte gerne leben.

Suizidalität ist meist kein Ausdruck von Freiheit und Wahlmöglichkeit, sondern von Einengung durch objektive und/oder subjektiv erlebte Not, durch psychische und/oder körperliche Befindlichkeit bzw. deren Folgen, durch gesellschaftlich-kulturelle bzw. ideologische Rahmenbedingungen. Die Benennung „Freitod“ ist für den Großteil suizidaler Menschen oder begangener Selbstmorde falsch.

Zur Prävention des Phänomens der Suizidalität werde weltweit in den Bereichen Medizin, Psychiatrie und Seelsorge intensiv geforscht. Einem Rechtsanspruch auf Hilfeleistung zum Selbstmord sprach er die Vernünftigkeit ab.

Im über 2500 Jahre alten Eid des Hippokrates hieße es: „Meine Verordnungen werde ich treffen zum Nutzen und Heil der Kranken nach besten Vermögen und Urteil; Ich werde sie bewahren vor Schaden und willkürlichem Unrecht. Ich werde niemanden, auch nicht auf seine Bitte hin, ein tödliches Gift verabreichen oder auch nur dazu raten.“

Kanzler Peter zu Stolberg-Stolberg begrüßte die Teilnehmer ebenso, verwies auf die einzuhaltenden Corona-Regeln und erinnerte als Moderator an die nach jedem Vortrag erfolgende Diskussion, in welcher sich jeder zu Wort melden und seine eigene Meinung bilden kann.

Lic. phil. Moritz Nestor, Psychologe, Naturrechtler, Autor, aus Uzwil bei St. Gallen in der Schweiz

Das Tötungsverbot – die natürliche ‚Vernünftigkeit eines Tabus‘ (Robert Spaemann)

Das Wort „Sterbehilfe“ stamme von den Nationalsozialisten. In den Niederlanden habe es schon in den 1970-er Jahren Bestrebungen gegeben, die praktizierten Patiententötung zu ermöglichen. Er verweist auf die begriffliche Verdrehung im öffentlichen Reden über das Töten, als wäre es Liebe.

Es sei früher nicht gerecht gewesen, die Selbsttötung als Sünde zu bezeichnen, es sei aber ebenso falsch, wenn man sie als sog. Selbstbestimmung, uneigennütziges Mitleid oder gar als Liebestat verherrlicht.

Prof. Dipl. Psych. Dr. med. Michael Linden, Universitätsmedizin Charité Berlin, Schwerpunkt Psychosomatik

Psychologische Überlegungen zum Todes- und Tötungswunsch

In seinen Ausführungen geht er auf die Verbreitung diese Phänomens ein, auf den Alters-/Krankheits-Stereotyp, die daraus entstehende Verbitterung mit Lebensüberdruss und Depression, sowie das ebenso folgende, aber völlig falsche, weil eigennützige, Mitleid.

Linden erklärt den Todeswunsch, speziell Älterer, die zunehmend mit Krankheiten und sozialer Vereinsamung konfrontiert sind. Dazu zeigt er einen Artikel mit der Überschrift: „Todessprung mit 97“. Es zeigte das Bild einer alten Dame, die aufgrund ihrer unerträglich schmerzhaften Arterien-verkalkung ins Krankenhaus eingewiesen werden sollte, was sie so sehr nicht wollte, dass sie lieber vom 10. Stock in den Tod sprang. Neben professioneller, therapeutischer Distanz empfiehlt er allen aufmerksame Kontrolle über die sog. „Helfer“.

Univ. Prof. DDr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Philosophin, Religionswissenschaftlerin, Autorin

Über die sinnvolle Vorbereitung auf das Sterben – Ars Moriendi

Ihren bekannten Vortrag fokussiert sie speziell auf das Thema der Sterbehilfe und Euthanasie. Während Antike und frühes Christentum sich noch mit dem Sterben befassten, werde der Tod seit 200 Jahren – in einer Art Seelenhygiene – verdrängt, weil er biologisch unüberwindbar ist. Nicht mehr an das geistig-seelische ´Hinübergehen´, sondern an die Endlichkeit wird heute geglaubt. Dazu Woody Allen: „Ich habe keine Angst vor dem Sterben, ich möchte nur nicht dabei sein, wenn es passiert.

Ausführlich schildert sie die kulturellen Zusammenhänge, dass erlittene Sinnlosigkeit und das Leiden dennoch Sinn machen. Es geht darum, Leute davon zu überzeugen, dass leben sich lohnt, bevor man darüber diskutiert, ob der mündige, assistierte Suizid erlaubt ist. Zuversicht verleiht das Christentum, weil das heute noch verehrte Antlitz des Auferstandenen vorher das eines Sterbenden war.

Dr. Grégor Puppinck, Jurist, Direktor des European Centre for Law & Justice, ECLJ, Strasbourg

Das Gesetz des Todes aus transhumanistischer Perspektive

(Autor des soeben erschienenen Buches „Der denaturierte Mensch und seine Rechte“)

Der internationale Menschenrechtsexperte Grégor Puppinck erklärt die geistesgeschichtliche Entwicklung, die in verschiedenen Ländern zur Legalisierung der Euthanasie führte und zum Assistierten Suizid führen wird. Im abendländischen Menschenbild ist dieser eine harmonische Einheit von Leib, Geist und (unsterblicher) Seele. In der post-christlichen Gesellschaft setzt sich ein „dualistisches“, neo-gnostisches Menschenbild durch. Demnach wäre der Geist zwar eine Emanation der Materie, aber zugleich höherwertig als diese und dazu berufen, über sie und geringer entwickelte, schwächere Menschen die Herrschaft auszuüben. Der subjektive Wille des Einzelnen wäre der höchste Ausdruck seiner Persönlichkeit, daher wäre die „Selbstbestimmung“ das vorrangigste aller Menschenrechte. Diese ist aber an kein Gebot einer abstrakten und für alle verbindlichen Gerechtigkeit mehr gebunden, sondern ein purer Machtanspruch, eine Selbstermächtigung über den Leib, der zu jedem gewünschten Zweck verwendet, umgemodelt und getötet werden kann. Solche (Menschen-)Rechte drohen zum gegen den Menschen gerichteten Machtmittel zu werden.

Dr.med. Karen Nestor, Onkologin, Palliativmedizinerin, Kantonsspital St. Gallen, Schweiz

Not und Hilfe als Grundgestalt mitmenschlichen Daseins

Es geht um generelle Aspekte der Suizidforschung, gesellschaftliche Aufgaben dabei, die Wirkung der helfenden Beziehung und letztlich, die Herausforderungen am Lebensende. Sie bezieht sich auf Erwin Ringels Präsuizidales Syndrom (seelische Verfassung, die dem Suizid vorausgeht), also Einengung der Wertewelt (Reduktion von Selbstwertgefühl und Wertbezogenheit), dynamische Einengung (Gefühle bewegen sich in eine einzige Richtung) und Einengung der menschlichen Beziehungen.

Daraus entsteht ein klinischer, psychosozialer Auftrag, der in palliativmedizinischen Einrichtungen Umsetzung findet. „Lasst die menschliche Begegnung im Mittelpunkt der Suizidverhütung stehen…“ sagte Ringel über den Aufbau guter Arzt-Patient-Verhältnisse, weil es die Einengung der zwischenmenschlichen Beziehungen durchbricht – „mit all unseren Kräften anwesend sein.

Zu den gesellschaftlichen Aufgaben gehört es, sich mit den Auswirkungen des Redens vom (erlaubten) Töten zu befassen. Dabei zitiert die Palliativmedizinerin Dr. Leo Alexander, der 1949 beim Nürnberger Prozess gegen die, wegen Euthanasie für schuldig befundenen Ärzten zugehört hatte.

In Ländern mit legalisierter aktiver Sterbehilfe steigt die Zahl der jährlichen Euthanasiefälle, z.B. in Belgien von 2003 bis 2013 um das Siebenfache. Professionelle Sterbehelfer betreiben eine Art von ´Thanatopolitik´ (sterben wollen sollen), so Karen Nestor, in welcher die lebensgefährliche Illusion vom Recht auf den selbstbestimmten Tod gezielt schöngeredet wird.

Univ.-Prof. Dr. med. Dr. theol. Mag. pharm. Matthias Beck, Priester, Autor

Assistierter Suizid – was bedeutet das?

Beck war lange für die Bischofskonferenz der Europäischen Union (COMECE) und weitere EU-Institutionen tätig und lehrt seit vielen Jahren als Professor für Ethik und Recht in der Medizin an der Univ. Wien, sitzt in der Bioethik-Kommission in Österreich und war von Anfang an involviert in die Diskussionen und Debatten bzgl. des Urteils des österreichischen Verfassungsgerichtshofes (VerfGH) vom Dezember 2020, welches die Hilfe zum Selbstmord ab 1. Januar 2022 straffrei stellen soll. Präzise erläutert er, worum es geht, nämlich um die Änderung des § 78 StGB, der lautet:

Wer einen anderen dazu verleitet, sich selbst zu töten, oder ihm dazu Hilfe leistet, ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen.“ Als verfassungswidrig sollen die fünf Worte „oder ihm dazu Hilfe leistet“ weggelassen werden.

Philosophisch-theologisch befasst sich Beck hier mit der Frage, wie der Mensch von der Heteronomie zur Autonomie gelangen kann, gleichwohl er die übergeordnete Theonomie („Dein Wille geschehe“) einräumt. Nachdem der Mensch ein, auf das Absolute ausgerichtet Wesen der Transzendenz ist, überschreitet er sich selbst immerzu, strebt nach der Fülle des Lebens, bis hinauf zum jüdischen Bewusstsein als Ebenbild Gottes, so Matthias Beck.

Die weithin säkulare Welt bietet künstliche, schulmedizinische Lebensverlängerungen bis hin zur Übertherapie und zu gentechnischen Veränderungen, inklusive dem Einbau von Computer-Chips, die im sog. Transhumanismus gipfeln. Gerade weil der (assistierte) Suizid immer ein Hilfeschrei aus innerer Not heraus ist, bringt er absolut einleuchtende philosophische wie theologische Argumente gegen die Selbsttötung.

Arbeitskonvent 2020 Fotos

Arbeitskonvent 2020 Fotos

Fotos vom Arbeitskonvent 2020

28. August 2020

29. August 2020

Arbeitskonvent 2020

Epigenetik

Der 20. Sommerlicher Arbeitskonvent des Alten Ordens vom St. Georg fand von 28. bis 29. August 2020 im eleganten Billrothhaus der Gesellschaft der Ärzte in Wien statt. Die beiden hochinteressanten Tage drehten sich intensiv um das Thema Epigenetik.

Ordensgouverneur Prinz Gundakar von und zu Liechtenstein eröffnete die Tagung zum Thema Epigenetik, indem er alle anwesenden St.Georgs-Ritter sowie die Ordensfreunde und Referenten herzlich begrüßte. Es folgte eine kurze Vorstellung des Alten Orden vom St. Georg, indem er auf dessen Daseinsberechtigung und dessen Zielsetzung einging und zudem betonte, dass der Orden eine lange Geschichte habe, man aber besonders stolz sei, zukunftsorientiert zu sein. Er erklärte das Wort Epigenetik, welches sich aus den Worten Genetik – Erbbiologie – und Epigenese – Entwicklung von Lebewesen – zusammensetze und populärwissenschaftlich als Bindeglied von Umwelteinflüssen und Genen gesehen werden kann. Daraus ließe sich möglicherweise die Schlussfolgerung ziehen, dass passiv und aktiv Erlebtes scheinbar generationenübergreifend weitergegeben werden könne.
Dementsprechend meinte der Wissenschaftsautor Dr. Peter Spork: ‘Gesundheit ist kein Zufall – Wie wir unser Erbgut steuern können’. Vielmehr ist Gesundheit das Resultat der molekularbiologischen Interaktion der Epigenetik mit dem sonst starren menschlichen Genom. Dabei erklärte er, wie gespeicherte Informationen im Umkreis der DNA die jeweiligen Gene zur Produktion von Proteinen aktivieren oder abschalten, und welche positiven und negativen Auswirkungen das auf die Gesundheit haben kann.

Als nächstes sprach die Gynäkologin Univ. Prof. Dr. Doris Maria Gruber als langjähriges Mitglied der Med-Uni Wien über ‘Die Pubertät als epigenetisches Fenster – Prägende und bleibende Auswirkungen auf Psyche und Verhalten’. Sie ging in ihrer Präsentation sowohl auf die gesunde hormonelle Entwicklung der pubertierenden Mädchen ein als auch auf die Problemfelder, die sich zu diesem sensiblen Zeitraum eröffnen. Die Folgen von aktiv wie passiv Erlebtem für das weitere Gebaren von Jugendlichen – und später Erwachsenen – hat oftmals seinen Ursprung in der Adoleszenz. Sie erklärte auch die umfassenden Funktionen von Hormonen auf die entscheidenden Körperfunktionen und sprach als bewusste Frauenmedizinerin auch kritisch die derzeit populäre Frühsexualisierung an.

Am Nachmittag referierte die an der ETH in Zürich forschende Univ.-Prof. Isabelle Mansuy, PhD über das Thema ‘Vererbung außerhalb der Gene – Wie Lebenserfahrungen von Generation zu Generation weitergegeben werden können’. Sie zeigte, dass traumatische Erfahrungen im frühen Leben Verhalten und Stoffwechsel über mehrere Generationen hinweg verändern können und dass die Vererbung von Symptomen von epigenetischen Faktoren in der Keimbahn abhängt. Laborversuche offenbaren die epigenetischen Mechanismen, die der Vererbbarkeit von Merkmalen zugrunde liegen, welche durch Lebenserfahrungen und Umwelteinflüsse bei Labortieren induziert werden. Die Grundlagen dieser Befunde bei Mäusen wurden durch Translationsanalysen bei Traumapatienten beim Menschen validiert. Sie stellt die Existenz einer RNA-basierten Vererbung unabhängig von der DNA-Sequenz bei Säugetieren fest, so wie sie bei Pflanzen und Wirbellosen bekannt ist.
Am folgenden Morgen sprach der bekannte Wiener Mediziner und Theologe Univ. Prof. DDr. Johannes Huber zum Thema ‘Die Neuroarchive unseres Lebens – Epigenetik während der Schwangerschaft und epigenetische Prägung in den ersten Lebensjahren’. Dabei verquickte er durchaus medizinische Statements im Lukas-Evangelium mit rezenten Erkenntnissen der modernen epigenetischen Wissenschaft. Auch musikalische Prägung erfolge schon im Mutterleib. Faszinierend der Hinweis, dass die Kindesmutter durch Zellenaustausch ein Leben lang Zellen ihrer Kinder, sozusagen als körperliches Gedächtnis, in sich trägt und dass sie über diesen Zellentausch mit ihrem Kind teilweise auch Zellen des Kindesvaters empfängt.

Darauf folgte der Bioinformatiker Prof. Dr. Christoph Bock mit einem Vortrag zum ‘Zusammenspiel von Genetik und Epigenetik bei der Entstehung und Behandlung von Krankheiten’. Er ist am CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften tätig und beschäftigt sich mit der Rolle der Epigenetik auf dem Weg zur personalisierten Medizin. Sein Vortrag beschrieb die technologischen Fortschritte, die eine umfassende Analyse des Epigenoms und einen Blick in die Vergangenheit und Zukunft der Zellen unseres Körpers ermöglichen. Daraus ergeben sich Möglichkeiten für zukünftige Therapien, bei denen Zellen so umprogrammiert werden, dass sie als „lebende Medikamente“ dienen können.

Zum Abschluss der Tagung befasste sich der deutsche Pharmazeut, Mediziner, Theologe und kath. Priester Univ. Prof. DDr. Matthias Beck mit dem Thema Die philosophisch-theologische Einordnung der Erkenntnisse der Epigenetik. Als (Bio-) Ethiker zeigte er die grundlegenden Unterschiede, jedoch auch die Komplementarität zwischen Natur- und Geisteswissenschaften auf, analysierte kurz die großen Weltreligionen inkl. der Fernöstlichen sowie die christlichen Philosophen. Kernaussage aber war, die Psychologie, die Genetik und Epigenetik mit christlicher Spiritualität zu vergeistigen, um den Menschen als Ganzes zu erfassen und ihm zu einer inneren Stimmigkeit zu verhelfen, die heilt. „Das Ganze auf´s Göttliche ausrichten…“.

Kanzler Graf Peter zu Stolberg-Stolberg, der die gesamte Tagung samt Diskussionen moderiert hatte, dankte den Vortragenden und dem Publikum und lud ein zum gemeinsamen Dîner im Meinl am Graben, wo es köstliche Kulinarik gab und wieder sehr lustig zuging. Großer Dank sei hier dem dortigen Geschäftsführer, dem jüngst beigetretenen St.Georgs-Ritter Mag. Udo Kaubek ausgesprochen.

Ordenskonvent 2020 Fotos

Ordenskonvent 2020 Fotos

Fotos vom Ordenskonvent 2020

27. August 2020

30. August 2020

Ordenskonvent 2020

Besonderer Rahmen beim Ordenskonvent

So manche besondere Situation hat auch ihre guten Seiten. Nach der durch die Gegebenheiten aufgrund der Corona-Pandemie bedingten Verschiebung des traditionellen April-Termins fand der Ordenskonvent 2020 im Vorfeld des Arbeitskonvents statt. Damit wurde ein Veranstaltungsblock organisiert, der über mehrere Tage die anwesenden Ordensmitglieder mit interessanten Themen versorgte.

Ordensabend Januar 2019

Die fünf Orte in Oberösterreich, die ein jeder besucht haben sollte


Selbstvorstellung des Ordensnovizen Mag. Dr. Josef Leitner, OT


Nach Begrüßung der Damen, Ordensbrüder und Freunde des Ordens wies der Kanzler hin auf die bevorstehende Hl. Messe am 30.1.2019 in der Kapuzinerkirche zu Wien, im Gedenken an S.k.u.k.H. Kronprinz Rudolf von Österreich, der vor genau 130 Jahren, am 30.1.1889 in seinem Jagdschloß in Mayerling (Wienerwald) so tragisch ums Leben kam. Mit seinen künstlerischen, naturwissenschaftlichen und nicht zuletzt politischen Begabungen galt Ehzg. Rudolf mit seinem kontroversen Geist als Hoffnungsträger seiner Zeit. Sein plötzlicher Tod mit nur 31 Jahren war eine unerwartete Katastrophe, welche Wien und die Kronländer der Donaumonarchie erschütterte, tiefe Trauer, Unruhe und Leere hinterließ.

(Red.: Auf Bitten der monarchistischen Schwarz-Gelben Allianz, sprach der Historiker und Autor, Dr. Rudolf Novak in der Kaisergruft neben dem, mit Kranz und Blumen geschmückten Sarkophag über den paneuropäisch gebildeten und denkenden Kronprinzen, dessen interessanten Lebensweg und wie es zur verhängnisvollen Verkettung von Menschen und Umständen kam, die zu seinem Tod führten).

Zurück zum Ordensabend am 17. Januar 2019 im St. Johanns Club (Wien):

Wie alle Jahre, im Hinblick auf den festlichen Ordenskonvent, dem Aufnahmetermin im April, stellen sich die Novizen der Ordensgemeinschaft vor. So auch der in Linz, Oberösterreich, beheimatete Mag. Dr. Josef Leitner OT, der schon seit über 2 Jahren an den Ordensabenden und -konventen mit Interesse teilnimmt. Nachdem er im Ordenskapitel sein Bekenntnis zu den Grundsätzen und Zielen des ritterlichen St. Georgs Ordens der vier Römischen Kaiser abgegeben hatte, kommentierte Dr. Leitner, der viele Jahre in leitender Funktion in der Großindustrie, u.a. als Personalleiter bei der Voestalpine, tätig war und nun an der Universität über Erwachsenenbildung lektoriert, einige seiner journalistischen Berichte über besondere Orte der Kultur und Natur in Oberösterreich, welche in seiner wöchentlichen Kolumne in der Tageszeitung KURIER bislang erschienen sind. Dazu projizierte er Bilder mit Kurzkommentaren an die Wand. Hier ein paar Beispiele aus seinem reichen Fundus.

Mit dem östlichsten Punkt, dort „wo in Oberösterreich die Sonne aufgeht“, nämlich im Waldhausen, beginnt die Rundreise. Die prächtige Kirche des ehemaligen Augustiner Chorherrenstiftes war die erste barocke Stiftkirche von OÖ. Das Wappen der Stifter wurde zum Landeswappen von OÖ. Bei der folgenden Wanderung durch die idyllische Landschaft des Mühlviertels konnte man markante Felsformationen bestaunen und einen 35 Tonnen-Felsen in Bewegung setzen.

Im weiter südlich gelegenen Ort Gaflenz ist die auf dem Heiligenstein-Hügel liegende Kirche einen Besuch wert. Sie ist dem Hl. Sebaldus geweiht, der hier insbesondere Frauen geholfen haben soll, einen Mann zu finden, ein „Parship“ des Mittelalters sozusagen. Über 600 Jahre hielt sich diese Tradition des „Mander Betens“.

Kühne Holzsteige führen durch die Vogelgesang-Klamm in Spital am Pyhrn. 1,5 km lang geht es durch die wildromatische Felsenschlucht entlang des Trattenbach hinauf in Richtung des Großen Pyhrgas. Die Stege und 500 Holzstufen sind kühn in die Landschaft gebaut und teilweise an senkrechten Felsen befestigt. Ein prickelndes Erlebnis für den Wanderer.

Mitten im Salzkammergut geht die Rundreise weiter. Von Bad Ischl aus fährt die Katrin-Seilbahn auf den gleichnamigen Berg, der nach einer keltischen Göttin benannt sein soll. Der Rundweg „Sieben Seen Weg“ führt in zwei gemütlichen Gehstunden über das Kalkstein Bergmassiv. Die Blicke richten sich nacheinander auf den Wolfgangsee, Mondsee, Fuschlsee bis zum Schwarzensee. Dazu gibt es eine Bergkulisse, wie sie kaum schöner sein könnte.

Wir setzen die Rundreise nach Ranshofen in den äußersten Westen von OÖ fort. Aus einer Kaiserpfalz, die Karl der Große errichtet hatte, wurde 1125 ein Stift gegründet. Die prächtige Barockkirche weist eine einmalige Besonderheit auf, den Akanthus Stil. Die zu den Distelgewächsen zählende Akanthus Blume zieht sich als Blattverzierung durch das gesamte Kircheninnere, sei es gemalt oder als Stuck.

Ein 50 Kilometer langer Wander- und Radweg führt entlang der Transportroute für Holz, dem Schwarzenberg´schen Schwemmkanal. Im Jahr 1789 wurde der Bau des revolutionären technischen Bauwerks begonnen. Vom Dreisesselberg über die europäische Hauptwasserscheide, dann weiter über die Große Mühl bis zur Donau wurde das Holz des Böhmerwaldes schließlich nach Wien transportiert. Bis zu 1200 Männer waren zu Spitzenzeiten beschäftigt.

Weiter geht es in den Zentralraum von OÖ in den Ort Scharten. Aus dem Eferdinger Becken 150 Höhenmeter aufsteigend taucht man in eine Szenerie, welche an die Toskana erinnert. Hinter üppig blühenden Marillenbäumen gipfelt der Zwiebelturm der Wallfahrtskirche Maria Scharten. Am 11km langen Kirschblütenweg umgeben blühende Alleen majestätischer Kirschbäume die stattlichen 4 Kanter Höfe, von wo aus die Bauern weitere Streuobstgärten pflegen.

Die Bezirksstadt Kirchdorf an der Krems bietet kulinarische Höhepunkte: Frische Würste und Oberösterreichs besten Kaffee. Zahlreiche Gäste aus nah und fern versammeln sich beim Schöllhuber zu einer „Kesselheißen“. Der Gast wählt und verspeist die Wurst seines Geschmacks in Gesellschaft einer spontanen Würstelrunde. In der Konditorei Sturmberger gibt es den angeblich besten Kaffee von OÖ. Hausherr Stefan hat in Triest die ´Kaffeeuniversität´ besucht und verwendet je nach Zubereitung die passende Frischmahlermühle und Kaffeemaschine.

Die Stollen der Linzer Unterwelt erinnern an den Hades (Totenreich) der griechischen Mythologie. Man hat das Gefühl, eine andere Welt zu betreten: Ohne den geringste Lichtstrahl und in absoluter Stille. Von außen nicht erkennbar sind die vielen Stollenanlagen in den Hängen westlich der Linzer Altstadt. Schon seit dem Mittelalter als Wein-, Bier- und Eiskeller genutzt, wurden diese großen Kelleranlagen während der Kriegsjahre systematisch erweitert und durch Gänge miteinander verbunden. So bot der Schlossberg Stollen im 2. Weltkrieg Platz für 10.000 Personen. Im nächst gelegenen Zentralkeller, wurden von der Steyr Daimler Puch AG Bleche und Kugellager für die Kriegsindustrie gefertigt.

Dem Vortrag folgte ein feines Dîner und bildeten sich an jedem der Tische kleinere und größere Gruppen im stets humorvollen Austausch von geistigen Interessen und beruflichen Erfahrungen, wie es das gemeinsame Ordensleben so mit sich bringt.

Ordensabend Dezember 2018

Modernes Rittertum


 

Im Kampf für das Christentum, erörtert von HW Dr. Michael Stickelbroek


Der Ordensabend am 17. Dezember 2018 wurde sehr fröhlich eingeleitet. Zum Empfang bat der burgenländische Winzer Heimo Ferrari-Brunnenfeld aus Großhöflein zur Verkostung seiner Weine inkl. Sekt aus dem Hause KRONHOF, die er auch zum Kauf anbot.

Dann erbat sich OB Dr. Thomas Stark das Wort, im Gedenken an seinen Professor und Mentor, Robert Spaemann, der erst am 10. Dezember 91-jährig von Gott abberufen worden war. Stark spannte in seinem Nachruf den Bogen über die wichtigsten Stationen am Lebensweg Spaemanns, der sich zu einem der bedeutendsten Philosophen und konservativen Denker der Nachkriegszeit entwickelte. Dazu gehörten auch Aussagen, wie: „Wenn wir Gott wegnehmen (…), dann bricht das Denken zusammen“. Und an anderer Stelle: “Wichtig ist, was immer ist. Was immer ist, heißt ‘Gott’.” Zentral im Werk Robert Spaemanns, ist die Verteidigung der menschlichen Würde und der Vernünftigkeit des christlichen Glaubens. Unverzichtbar ist in diesem Zusammenhang die Rolle des Naturrechts, so Stark.

Das Impulsreferat unseres Ordensbruders Thomas Stark, ist abrufbar in der Ordenskanzlei, Anruf oder Mail genügt.

Das letzte Zusammentreffen in diesem Jahr war aber als Advent- und Weihnachtsfeier konzipiert. Dazu sprach HW Dr. Michael Stickelbroek, Professor für Dogmatik und ökumenische Theologie an der Theologisch-Philosophischen Hochschule von St. Pölten, über die vergessenen spirituellen Aspekte dieser im Kirchenjahr und für die seelische Besinnung so wichtigen Zeit.

Zumal ab Herbst die Zeit der Selbstvorstellung der um Aufnahme werbenden Ordensnovizen ist, wollte und sollte sich Pieter Constantijn van Vloten aus Maastricht, Generalkonsul der Russischen Föderation für die niederländischen Provinzen Limburg und Nordbrabant, der Ordensgemeinschaft vorstellen. Er kam mit OB Michiel Hemminga, seinem Ordenspaten aus Amsterdam. Da die Zeit bei ihrer Ankunft schon fortgeschritten war, kam es beim Ordensabend nicht mehr dazu. Den Ordentlichen St.Georgs-Rittern wurde die geplante Ansprache von Pieter Constantijn van Vloten mit den gedruckten Ordensmitteilungen postalisch zugesandt.

Ordensabend November 2018

1. Thomas-Morus-Preis Verleihung


OB Graf Alfred von Trauttmansdorff über die Abläufe vor, während und nach der Preisverleihung


Nach der für einen Ordensabend üblichen Begrüßung an diesem Abend im November 2018 erwähnte Kanzler zu Stolberg-Stolberg den Festakt im Rathaus zu Wien, bei welchem dem Pharmakologen und OB Dr. Jean-Jacques Chirikdjian für seine besonderen Verdienste die Goldene Ehrennadel des Landes Wien verliehen wurde. Er hat noch in späten Jahren das Risiko der Firmengründung (ZAK-Pharma) auf sich genommen, Arbeitsplätze geschaffen und damit Wien als wirtschaftlichen Standort aufgewertet. Der Gratulation dazu folgte bewundernder Applaus.

Sodann fasste OB Graf Alfred von Trauttmansdorff, Mitglied des Auswahlgremiums, für alle Anwesenden nochmals die 1. Thomas-Morus-Preis Verleihung zusammen (ref. Juni d.J.). Nach dem Hinweis des Kanzlers, dass im Anhang (Ss 139-154) der AOvStG und der Thomas Morus-Preis genau beschrieben sind, besorgten sich viele der Teilnehmer das Buch mit der Biographie von Ernest Kardinal Simoni, manche sogar mehrere Kopien zur Weitergabe an mögliche Interessenten, bzw. zum Verschenken.

Zuletzt stellte sich Heinz Ofner, der Software-Entwickler und EDV-Berater von OB Stefan Reichert, sowie des AOvStG, den Rittern und Freunden des Ordens als Aufnahmewerber vor. Er gab dabei interessante Details seines vielseitigen Lebensweges bekannt und wurde dafür freudig beklatscht.
Es sei hier auch erwähnt, dass Heinz Ofner – nach den inhaltlichen Vorstellungen der Ordensleitung – die Webseite des AOvStG neu konzipiert und softwaremäßig dynamisch aufgesetzt hat.

Ordensabend Oktober 2018

1968 + 50. Erwartungen und Enttäuschungen


Ein Statement von Prof. Günter Danhel zur bevorstehenden Enquête


Der Vortrag an diesem Ordensabend im Oktober 2018 war der vor 50 Jahren eingeleiteten, die Gesellschaft verändernden 68-er Bewegung gewidmet.

Kanzler Graf Peter zu Stolberg-Stolberg ließ die Studentenunruhen in den USA und Europa Revue passieren, erklärte Ursprung und Bedeutung der wichtigsten Begrifflichkeiten dieser antiautoritären Bewegung und ließ deren ´Hauptdarsteller´ quasi auftreten.

Dann gab uns Prof. Günter Danhel eine Vorschau auf seine bevorstehende Enquête, betitelt
„1968 + 50, Erwartungen und Enttäuschungen“.

Der Abend erbrachte eine längst überfällige kritische Aufarbeitung des Erbes von 1968. Die Referate zielten darauf ab, das nötige Bewusstsein zu schaffen, den unsäglichen ´Marsch durch die Institutionen´ wieder umzukehren.

Ordensabend September 2018

Rückblick auf den 18. Sommerlichen Arbeitskonvent


Ritter und Freunde des Alten Ordens vom St. Georg berichteten über eine sehr gelungene Veranstaltung

Aufgrund mehrfacher Bitten von Ordensbrüdern, welche nicht in Passau waren, begannen wir im Rahmen des Ordensabends im September 2018 den Herbst mit kurzen Impulsreferaten über den oben beschriebenen, erfolgreich abgelaufenen, bereits 18. Sommerlichen Arbeitskonvent. Dieser behandelte die beiden folgenden aktuellen Themen:

Über beide Themen unserer Denkwerkstatt, die daraus gewonnenen Erkenntnisse und die generellen Eindrücke berichteten sowohl Ritter als auch Freunde des Alten Ordens vom St. Georg.