Illustrioribus et nobilitati

Es ist unser Gelöbnis, gegen das achtfache Elend - Krankheit und Verlassenheit, Hunger und Heimatlosigkeit, Lieblosigkeit und Schuld, Unglaube und Gleichgültigkeit - anzukämpfen. Es tritt in den Epochen der Geschichte in unterschiedlichen Formen auf. Jede Generation von Ordensrittern muss laufend festlegen, wie sie den Kampf in ihrer Zeit führt.

Unsere Ordensgrundsätze

Solidarität

Als Orden kämpfen wir für die rechtlichen und staatlichen

Rahmenbedingungen, die für den Einzelnen eine menschenwürdige

Vollendung im Bewusstsein seiner Pflicht und freier, verantwortlicher

Gewissensentscheidung ermöglichen und gewährleisten.

Unabdingbare Voraussetzung für einen Erfolg in diesem Kampf ist der

christliche Grundwert der Solidarität, der sich nicht in einem Gefühl vagen

Mitleids oder oberflächlicher Rührung erschöpft, sondem gekennzeichnet ist von der festen und beständigen Entschlossenheit, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. In dieser Hinsicht unterscheidet sich das christliche Solidaritätsdenken wesentlich von ähnlich klingenden weltlichen Vorstellungen.

Es ist kein Maßnahmenbündel von Zweckmäßigkeiten und Programmen,

sondern eine Tugend, die sich auf die Vervollkommnung des Individuums

bezieht, indem sie uns veranlasst, Quellen der Spaltung in unserem Inneren (persönliche Sünde) und innerhalb der Gesellschaft zu überwinden. Die Tugend der Solidarität bedarf der ständigen Übung.

 

Gewissensbildung

Als Ordensgemeinschaft streben wir die Pflege und Bildung unseres

Gewissens als göttliche Richtschnur unserer Handlungen an. Durch dieses

Gewissen als Urteil der Vernunft suchen wir zu erkennen, ob konkretes Tun, welches beabsichtigt ist, gerade ausgeführt wird oder schon vollendet ist, sittlich gut oder schlecht ist.

Uns ist bewußt, dass im Ringen um die Wahrheit unser Gewissen geformt

wird, und dass unser sittliches Urteil geschärft werden muss. Dabei soll uns die Ordensgemeinschaft vor Furcht, Selbstsucht und Stolz, Regungen der Selbstgefälligkeit und falschen Schuldgefühlen, die durch menschliche

Schwäche und Fehlerhaftigkeit entstehen können, bewahren. Die

Gewissenserziehung gewährleistet die Freiheit und führt zum Frieden des

Herzens

 

Mut

Unsere Ordenstätigkeit erfordert nicht nur Mut als Ordensgemeinschaft,

sondem die Überzeugung und den Wagemut jedes Ritters als Einzelnen.

In unserem Kampf um die verantwortliche Freiheit als Wesensmerkmal der

Menschenwürde verteidigen wir das Gewissen als Recht des Schöpfers und die Verpflichtung des Geschöpfes ihm gegenüber in Gedanken und Taten.

Als Perversion sehen wir das vermeintliche Recht, unter dem Vorwand der

Freiheit zu denken, zu sprechen, zu schreiben und zu handeln, wie es dem Gutdünken oder einer Laune passt, ohne dabei irgendwie an Gott zu denken.

Gewissensfreiheit ist kein Freibrief dafür, eine Religion zu haben oder nicht, sich dieser oder jener anzuschließen und sie dann wieder aufzugeben. Das Gewissen ist nicht das Recht auf Eigenwillen.

Wenn Staatslenker gegen das Naturrecht und den Willen Gottes etwas

vorschreiben, können solche Gesetze oder Anordnungen die Staatsbürger

innerlich nicht verpflichten. Man muss Gott mehr gehorchen als den

Menschen. Ordensritter sind aufgerufen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten

gegen staatliches Unrecht aktiv zu werden.