Ziele

Christlicher Grundwert der Solidarität
Als Ritterorden kämpfen wir für die rechtlichen und staatlichen Rahmenbedingungen, die für den Einzelnen eine menschenwürdige Vollendung im Bewusstsein seiner Pflicht und freier, verantwortlicher Gewissensentscheidung ermöglichen und gewährleisten. Unabdingbare Voraussetzung für einen Erfolg in diesem Kampf ist der christliche Grundwert der Solidarität, der sich nicht in einem Gefühl vagen Mitleids oder oberflächlicher Rührung erschöpft, sondern gekennzeichnet ist von der festen und beständigen Entschlossenheit, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. In dieser Hinsicht unterscheidet sich das christliche Soli-daritätsdenken wesentlich von ähnlich klingenden weltlichen Vorstellungen. Es ist kein Maßnahmenbündel von Zweckmäßigkeiten und Programmen, sondern eine Tugend, die sich auf die Vervollkommnung des Individuums bezieht, indem sie uns veranlasst, Quellen der Spaltung in unserem Inneren (persönliche Sünde) und innerhalb der Gesellschaft zu überwinden. Die Tugend der Solidarität bedarf der ständigen Übung.
Gewissensbildung

Als Ordensgemeinschaft streben wir die Pflege und Bildung unseres Gewissens als göttliche Richtschnur unserer Handlungen an. Durch dieses Gewissen als Urteil der Vernunft suchen wir zu erkennen, ob konkretes Tun, welches beabsichtigt ist, gerade ausgeführt wird oder schon vollendet ist, sittlich gut oder schlecht ist.

Uns ist bewusst, dass im Ringen um die Wahrheit unser Gewissen geformt wird und, dass unser sittliches Urteil  geschärft werden muss.  Dabei soll uns die Ordensgemeinschaft vor Furcht, Selbstsucht und  Stolz, Regungen der Selbstgefälligkeit und falschen Schuldgefühlen, die durch menschliche Schwäche und Fehlerhaftigkeit entstehen können, bewahren. Die Gewissenserziehung gewährleistet die Freiheit und führt zum Frieden des Herzens.

Mut

Unsere Ordenstätigkeit erfordert nicht nur Mut als Ordensgemeinschaft, sondern die Überzeugung und den Wagemut jedes Ritters als Einzelnen.

Als realistische Christen wissen wir, dass wir zu dieser Entwicklung beitragen können, weil große gesellschaftliche Änderungen das Ergebnis von kleinen und mutigen Entscheidungen im täglichen Leben sind.

In unserem Kampf um die verantwortliche Freiheit als Wesensmerkmal der Menschenwürde, verteidigen wir das Gewissen als Recht des Schöpfers und die Verpflichtung des Geschöpfes Ihm gegenüber in Gedanken und Taten. Als Perversion  sehen wir das  vermeintliche Recht, unter dem Vorwand der Freiheit zu denken, zu sprechen, zu schreiben und zu handeln, wie es dem Gutdünken oder einer Laune passt, ohne dabei irgendwie an Gott zu denken.

Gewissensfreiheit ist kein Freibrief dafür, eine Religion zu haben oder nicht, sich dieser oder jener anzuschließen und sie dann wieder aufzugeben. Das Gewissen ist nicht das Recht auf Eigenwillen.

Wenn Staatslenker gegen das Naturrecht und den Willen Gottes etwas vorschreiben, können solche Gesetze oder Anordnungen die Staatsbürger innerlich nicht verpflichten. Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Ordensritter sind aufgerufen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten gegen staatliches Unrecht aktiv zu werden.