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Ordensabend Januar 2019

Die fünf Orte in Oberösterreich, die ein jeder besucht haben sollte


Selbstvorstellung des Ordensnovizen Mag. Dr. Josef Leitner, OT


Nach Begrüßung der Damen, Ordensbrüder und Freunde des Ordens wies der Kanzler hin auf die bevorstehende Hl. Messe am 30.1.2019 in der Kapuzinerkirche zu Wien, im Gedenken an S.k.u.k.H. Kronprinz Rudolf von Österreich, der vor genau 130 Jahren, am 30.1.1889 in seinem Jagdschloß in Mayerling (Wienerwald) so tragisch ums Leben kam. Mit seinen künstlerischen, naturwissenschaftlichen und nicht zuletzt politischen Begabungen galt Ehzg. Rudolf mit seinem kontroversen Geist als Hoffnungsträger seiner Zeit. Sein plötzlicher Tod mit nur 31 Jahren war eine unerwartete Katastrophe, welche Wien und die Kronländer der Donaumonarchie erschütterte, tiefe Trauer, Unruhe und Leere hinterließ.

(Red.: Auf Bitten der monarchistischen Schwarz-Gelben Allianz, sprach der Historiker und Autor, Dr. Rudolf Novak in der Kaisergruft neben dem, mit Kranz und Blumen geschmückten Sarkophag über den paneuropäisch gebildeten und denkenden Kronprinzen, dessen interessanten Lebensweg und wie es zur verhängnisvollen Verkettung von Menschen und Umständen kam, die zu seinem Tod führten).

Zurück zum Ordensabend am 17. Januar 2019 im St. Johanns Club (Wien):

Wie alle Jahre, im Hinblick auf den festlichen Ordenskonvent, dem Aufnahmetermin im April, stellen sich die Novizen der Ordensgemeinschaft vor. So auch der in Linz, Oberösterreich, beheimatete Mag. Dr. Josef Leitner OT, der schon seit über 2 Jahren an den Ordensabenden und -konventen mit Interesse teilnimmt. Nachdem er im Ordenskapitel sein Bekenntnis zu den Grundsätzen und Zielen des ritterlichen St. Georgs Ordens der vier Römischen Kaiser abgegeben hatte, kommentierte Dr. Leitner, der viele Jahre in leitender Funktion in der Großindustrie, u.a. als Personalleiter bei der Voestalpine, tätig war und nun an der Universität über Erwachsenenbildung lektoriert, einige seiner journalistischen Berichte über besondere Orte der Kultur und Natur in Oberösterreich, welche in seiner wöchentlichen Kolumne in der Tageszeitung KURIER bislang erschienen sind. Dazu projizierte er Bilder mit Kurzkommentaren an die Wand. Hier ein paar Beispiele aus seinem reichen Fundus.

Mit dem östlichsten Punkt, dort „wo in Oberösterreich die Sonne aufgeht“, nämlich im Waldhausen, beginnt die Rundreise. Die prächtige Kirche des ehemaligen Augustiner Chorherrenstiftes war die erste barocke Stiftkirche von OÖ. Das Wappen der Stifter wurde zum Landeswappen von OÖ. Bei der folgenden Wanderung durch die idyllische Landschaft des Mühlviertels konnte man markante Felsformationen bestaunen und einen 35 Tonnen-Felsen in Bewegung setzen.

Im weiter südlich gelegenen Ort Gaflenz ist die auf dem Heiligenstein-Hügel liegende Kirche einen Besuch wert. Sie ist dem Hl. Sebaldus geweiht, der hier insbesondere Frauen geholfen haben soll, einen Mann zu finden, ein „Parship“ des Mittelalters sozusagen. Über 600 Jahre hielt sich diese Tradition des „Mander Betens“.

Kühne Holzsteige führen durch die Vogelgesang-Klamm in Spital am Pyhrn. 1,5 km lang geht es durch die wildromatische Felsenschlucht entlang des Trattenbach hinauf in Richtung des Großen Pyhrgas. Die Stege und 500 Holzstufen sind kühn in die Landschaft gebaut und teilweise an senkrechten Felsen befestigt. Ein prickelndes Erlebnis für den Wanderer.

Mitten im Salzkammergut geht die Rundreise weiter. Von Bad Ischl aus fährt die Katrin-Seilbahn auf den gleichnamigen Berg, der nach einer keltischen Göttin benannt sein soll. Der Rundweg „Sieben Seen Weg“ führt in zwei gemütlichen Gehstunden über das Kalkstein Bergmassiv. Die Blicke richten sich nacheinander auf den Wolfgangsee, Mondsee, Fuschlsee bis zum Schwarzensee. Dazu gibt es eine Bergkulisse, wie sie kaum schöner sein könnte.

Wir setzen die Rundreise nach Ranshofen in den äußersten Westen von OÖ fort. Aus einer Kaiserpfalz, die Karl der Große errichtet hatte, wurde 1125 ein Stift gegründet. Die prächtige Barockkirche weist eine einmalige Besonderheit auf, den Akanthus Stil. Die zu den Distelgewächsen zählende Akanthus Blume zieht sich als Blattverzierung durch das gesamte Kircheninnere, sei es gemalt oder als Stuck.

Ein 50 Kilometer langer Wander- und Radweg führt entlang der Transportroute für Holz, dem Schwarzenberg´schen Schwemmkanal. Im Jahr 1789 wurde der Bau des revolutionären technischen Bauwerks begonnen. Vom Dreisesselberg über die europäische Hauptwasserscheide, dann weiter über die Große Mühl bis zur Donau wurde das Holz des Böhmerwaldes schließlich nach Wien transportiert. Bis zu 1200 Männer waren zu Spitzenzeiten beschäftigt.

Weiter geht es in den Zentralraum von OÖ in den Ort Scharten. Aus dem Eferdinger Becken 150 Höhenmeter aufsteigend taucht man in eine Szenerie, welche an die Toskana erinnert. Hinter üppig blühenden Marillenbäumen gipfelt der Zwiebelturm der Wallfahrtskirche Maria Scharten. Am 11km langen Kirschblütenweg umgeben blühende Alleen majestätischer Kirschbäume die stattlichen 4 Kanter Höfe, von wo aus die Bauern weitere Streuobstgärten pflegen.

Die Bezirksstadt Kirchdorf an der Krems bietet kulinarische Höhepunkte: Frische Würste und Oberösterreichs besten Kaffee. Zahlreiche Gäste aus nah und fern versammeln sich beim Schöllhuber zu einer „Kesselheißen“. Der Gast wählt und verspeist die Wurst seines Geschmacks in Gesellschaft einer spontanen Würstelrunde. In der Konditorei Sturmberger gibt es den angeblich besten Kaffee von OÖ. Hausherr Stefan hat in Triest die ´Kaffeeuniversität´ besucht und verwendet je nach Zubereitung die passende Frischmahlermühle und Kaffeemaschine.

Die Stollen der Linzer Unterwelt erinnern an den Hades (Totenreich) der griechischen Mythologie. Man hat das Gefühl, eine andere Welt zu betreten: Ohne den geringste Lichtstrahl und in absoluter Stille. Von außen nicht erkennbar sind die vielen Stollenanlagen in den Hängen westlich der Linzer Altstadt. Schon seit dem Mittelalter als Wein-, Bier- und Eiskeller genutzt, wurden diese großen Kelleranlagen während der Kriegsjahre systematisch erweitert und durch Gänge miteinander verbunden. So bot der Schlossberg Stollen im 2. Weltkrieg Platz für 10.000 Personen. Im nächst gelegenen Zentralkeller, wurden von der Steyr Daimler Puch AG Bleche und Kugellager für die Kriegsindustrie gefertigt.

Dem Vortrag folgte ein feines Dîner und bildeten sich an jedem der Tische kleinere und größere Gruppen im stets humorvollen Austausch von geistigen Interessen und beruflichen Erfahrungen, wie es das gemeinsame Ordensleben so mit sich bringt.

Ordensabend Dezember 2018

Modernes Rittertum


Im Kampf für das Christentum, erörtert von HW Dr. Michael Stickelbroek


Der Ordensabend am 17. Dezember 2018 wurde sehr fröhlich eingeleitet. Zum Empfang bat der burgenländische Winzer Heimo Ferrari-Brunnenfeld aus Großhöflein zur Verkostung seiner Weine inkl. Sekt aus dem Hause KRONHOF, die er auch zum Kauf anbot.

Dann erbat sich OB Dr. Thomas Stark das Wort, im Gedenken an seinen Professor und Mentor, Robert Spaemann, der erst am 10. Dezember 91-jährig von Gott abberufen worden war. Stark spannte in seinem Nachruf den Bogen über die wichtigsten Stationen am Lebensweg Spaemanns, der sich zu einem der bedeutendsten Philosophen und konservativen Denker der Nachkriegszeit entwickelte. Dazu gehörten auch Aussagen, wie: „Wenn wir Gott wegnehmen (…), dann bricht das Denken zusammen“. Und an anderer Stelle: „Wichtig ist, was immer ist. Was immer ist, heißt ‚Gott‘.“ Zentral im Werk Robert Spaemanns, ist die Verteidigung der menschlichen Würde und der Vernünftigkeit des christlichen Glaubens. Unverzichtbar ist in diesem Zusammenhang die Rolle des Naturrechts, so Stark.

Das Impulsreferat unseres Ordensbruders Thomas Stark, ist abrufbar in der Ordenskanzlei, Anruf oder Mail genügt.

Das letzte Zusammentreffen in diesem Jahr war aber als Advent- und Weihnachtsfeier konzipiert. Dazu sprach HW Dr. Michael Stickelbroek, Professor für Dogmatik und ökumenische Theologie an der Theologisch-Philosophischen Hochschule von St. Pölten, über die vergessenen spirituellen Aspekte dieser im Kirchenjahr und für die seelische Besinnung so wichtigen Zeit.

Zumal ab Herbst die Zeit der Selbstvorstellung der um Aufnahme werbenden Ordensnovizen ist, wollte und sollte sich Pieter Constantijn van Vloten aus Maastricht, Generalkonsul der Russischen Föderation für die niederländischen Provinzen Limburg und Nordbrabant, der Ordensgemeinschaft vorstellen. Er kam mit OB Michiel Hemminga, seinem Ordenspaten aus Amsterdam. Da die Zeit bei ihrer Ankunft schon fortgeschritten war, kam es beim Ordensabend nicht mehr dazu. Den Ordentlichen St.Georgs-Rittern wurde die geplante Ansprache von Pieter Constantijn van Vloten mit den gedruckten Ordensmitteilungen postalisch zugesandt.

Ordensabend November 2018

1. Thomas-Morus-Preis Verleihung


OB Graf Alfred von Trauttmansdorff über die Abläufe vor, während und nach der Preisverleihung


Nach der für einen Ordensabend üblichen Begrüßung an diesem Abend im November 2018 erwähnte Kanzler zu Stolberg-Stolberg den Festakt im Rathaus zu Wien, bei welchem dem Pharmakologen und OB Dr. Jean-Jacques Chirikdjian für seine besonderen Verdienste die Goldene Ehrennadel des Landes Wien verliehen wurde. Er hat noch in späten Jahren das Risiko der Firmengründung (ZAK-Pharma) auf sich genommen, Arbeitsplätze geschaffen und damit Wien als wirtschaftlichen Standort aufgewertet. Der Gratulation dazu folgte bewundernder Applaus.

Sodann fasste OB Graf Alfred von Trauttmansdorff, Mitglied des Auswahlgremiums, für alle Anwesenden nochmals die 1. Thomas-Morus-Preis Verleihung zusammen (ref. Juni d.J.). Nach dem Hinweis des Kanzlers, dass im Anhang (Ss 139-154) der AOvStG und der Thomas Morus-Preis genau beschrieben sind, besorgten sich viele der Teilnehmer das Buch mit der Biographie von Ernest Kardinal Simoni, manche sogar mehrere Kopien zur Weitergabe an mögliche Interessenten, bzw. zum Verschenken.

Zuletzt stellte sich Heinz Ofner, der Software-Entwickler und EDV-Berater von OB Stefan Reichert, sowie des AOvStG, den Rittern und Freunden des Ordens als Aufnahmewerber vor. Er gab dabei interessante Details seines vielseitigen Lebensweges bekannt und wurde dafür freudig beklatscht.
Es sei hier auch erwähnt, dass Heinz Ofner – nach den inhaltlichen Vorstellungen der Ordensleitung – die Webseite des AOvStG neu konzipiert und softwaremäßig dynamisch aufgesetzt hat.

Ordensabend Oktober 2018

1968 + 50. Erwartungen und Enttäuschungen


Ein Statement von Prof. Günter Danhel zur bevorstehenden Enquête


Der Vortrag an diesem Ordensabend im Oktober 2018 war der vor 50 Jahren eingeleiteten, die Gesellschaft verändernden 68-er Bewegung gewidmet.

Kanzler Graf Peter zu Stolberg-Stolberg ließ die Studentenunruhen in den USA und Europa Revue passieren, erklärte Ursprung und Bedeutung der wichtigsten Begrifflichkeiten dieser antiautoritären Bewegung und ließ deren ´Hauptdarsteller´ quasi auftreten.

Dann gab uns Prof. Günter Danhel eine Vorschau auf seine bevorstehende Enquête, betitelt
„1968 + 50, Erwartungen und Enttäuschungen“.

Der Abend erbrachte eine längst überfällige kritische Aufarbeitung des Erbes von 1968. Die Referate zielten darauf ab, das nötige Bewusstsein zu schaffen, den unsäglichen ´Marsch durch die Institutionen´ wieder umzukehren.

Ordensabend September 2018

Rückblick auf den 18. Sommerlichen Arbeitskonvent


Ritter und Freunde des Alten Ordens vom St. Georg berichteten über eine sehr gelungene Veranstaltung

Aufgrund mehrfacher Bitten von Ordensbrüdern, welche nicht in Passau waren, begannen wir im Rahmen des Ordensabends im September 2018 den Herbst mit kurzen Impulsreferaten über den oben beschriebenen, erfolgreich abgelaufenen, bereits 18. Sommerlichen Arbeitskonvent. Dieser behandelte die beiden folgenden aktuellen Themen:

  • Thomas Morus als Vorbild für heutige Politiker
  • Zentrifugalkräfte im vereinten Europa (EU)

Über beide Themen unserer Denkwerkstatt, die daraus gewonnenen Erkenntnisse und die generellen Eindrücke berichteten sowohl Ritter als auch Freunde des Alten Ordens vom St. Georg.

Arbeitskonvent 2018

Thomas Morus als Vorbild für heutige Politiker

und

Zentrifugalkräfte im vereinten Europa (EU)

Nach Eintreffen der meisten Teilnehmer am Donnerstag Abend, dem 23.8.2018, im Bildungshaus in Passau begrüßte Ordensgouverneur Prinz Gundakar von und zu Liechtenstein am Freitag Früh die Anwesenden und eröffnete das Symposium. Ordenskanzler Graf Peter zu Stolberg erläuterte in seiner Einleitung die beiden unterschiedlichen Tagesthemen, nämlich: „Thomas Morus als Vorbild für heutige Politiker“ und „Zentrifugalkräfte im vereinten Europa (EU)“.

Gleich anschließend referierte der in Berlin lehrende Priester HW Prof. Dr. Stefan Samerski OT über „Kardinaltugenden und die Politik – die Quadratur des Kreises?“.

Seinen Ausführungen folgte der Vortrag von Dr. Rainer Schubert von der Phil.-Theol. Hochschule Heiligenkreuz, der zuerst das 20 minütige Video der Ansprache von Papst Benedikt XVI. im Deutschen Bundestag (22.9.2011) abspielte. Mit dessen Argumenten unterschied er dann deutlich „Zwischen Positivem Recht (Hans Kelsen) und Naturrecht“.

Den Referaten folgten viele Kommentare und es wurde für den Rest des Tages über tugendhaftes Entscheiden im täglichen Leben, sowie über die Bedeutung des Gewissens dabei ausführlich diskutiert.

Am Samstag Morgen (25.8.2018) sprach der Wirtschaftspublizist und Autor Dr. Wolfgang Freisleben zum „Überlebenskampf der Idee eines vereinten Europa“ aus historischer und prospektiver Sicht. Der humorvolle Dr. Freisleben ist am 5.12.2018 mit erst 71 Jahren ganz unerwartet und viel zu früh verstorben.

Am Nachmittag referierte der ungarische Turkologe Péter Kövecsi-Oláh, PhD von der Századvég Stiftung, Budapest, über „Gesellschaftliche und politische Auswirkungen der Massenmigration in die EU“. In seinen Ausführungen erklärte er sehr einleuchtend, warum Ungarn, die übrigen Visegrád Staaten, die Balten und weitere EU-Länder zunehmend gegen die Migrationspolitik Brüssels agieren.

Auch zu diesem vielseitigen Themenkomplex gab es durchaus unterschiedliche Meinungen von Teilnehmern und es wurde denkwerkstattlich heftig diskutiert.

Am Sonntag (26.8.2019) besuchten wir nach der Hl. Messe im Dom die Feste Oberhaus über Passau und wanderten durch die museal eingerichtete mittelalterliche Burganlage. Dort oben hatten wir für uns einen Raum reserviert und beendeten die Tagung mit einem köstlichen Mittagessen.

Ordensausflug Juli 2018

Die St. Georgs-Ritter und Freunde vor Verlassen des Schlosses Herberstein

Besuch am Landsitz der Familie Halbgebauer


Ausflug nach St. Johann bei Herberstein in der Oststeiermark


Am 1. Juli 2018 zwischen 9:15 und 9:30 Uhr trafen sich alle Teilnehmer am Trottoir neben der Busspur, von wo aus wir mit einem privat gecharterten Bus von NÖL-Reisen, Karl Waglechner, um 9:45 Uhr in Richtung Steiermark aufbrachen. Nachdem er seine Arbeit als Kurator der Ausstellungen in Schloss Halbturn schon letztes Jahr und auch heuer nicht mehr wahrnimmt, lud uns OB Georg v. Halbgebauer zu sich auf seinen kleinen oststeirischen Landsitz am Berg über St. Johann bei Herberstein ein. Die Busfahrt dorthin war entspannend und es entwickelten sich gute Dia- und Trialoge zwischen den Bänken, sowohl vorne beim Chauffeur wie auch hinten.

Bei der Ankunft am steirischen Landsitz von OB Georg v. Halbgebauer

Bei der Ankunft am steirischen Landsitz
von OB Georg v. Halbgebauer

Wir kamen genau zwei Stunden später unterhalb des Hauses an und gingen bei strahlendem Wetter zu Fuß hinauf zum Haus, welches schon seit zwei oder drei Generationen im Besitz der Halbgebauers ist. Dort wurden wir dann von Georgs Frau Gitti, ihrem Sohn, OB Christopher Pivec, und dessen zwei viel jüngeren Schwestern herzlich begrüßt. Auch gab es aus einer großen grün gestreiften Schüssel von Gmundner Keramik köstliche Erdbeer-Bowle, die schnell zu Ende ging.

Das quasi Bauernhaus ist von seiner Zimmeraufteilung her und architektonisch sehr alt und gemütlich. Obwohl es vorne ausgerichtet ist auf St. Johann mit seiner großen Kirche und dem angebauten bescheidenen Klostergebäude, hat es auch einen kleinen, durch diverse Mauern und Holzschuppen sowie Leggen eingerahmten Hintergarten, der mit vielen Blumen und grünem Gras eine Art von gemütlichem Gartenzimmer darstellt. Alles sehr schön und gepflegt. Gitti und Georg haben rundum auch die steilen Abhänge terrassiert und bauen dort Obst, Gemüse und Blumen an, was laufendes Jäten mit sich bringt, wie uns Gitti erklärte. Rundum ist auch ein wenig Halbgebauer´scher Wald. Im kleinen Haus hängen neben schönen Bildern und Stichen der letzten 200 Jahre auch einige Krickel an den Wänden. Es gibt dort mehrere sehr komfortable Sitzecken, Holzbänke draußen und einen großen Tisch mit Bänken und Stühlen unter grünen Biolauben. Sehr schön angelegt ist ein mit Seerosen geschmückter Bioteich, an welchem es auch einen Tisch mit Bänken und Gartenstühlen gibt. Ich nahm dort mein Mittagessen mit Schnitzeln und Kartoffelsalat ein und genoss die angenehme Ruhe, welche in der völligen Abgeschiedenheit von den städtischen Stressfaktoren schlicht zum Nachdenken anregte.

In der Sakristei im Rokkoko-Stil

In der Sakristei im Rokkoko-Stil

Post meridiem setzten wir uns wieder in den Autobus und fuhren hinunter nach St. Johann (Betonung auf dem ´o´) bis vor Kirche und Kloster. Dort erwartete uns der Kirchenführer, Karl Breitenberger. Er erzählte uns die ins Mittelalter zurückreichende Geschichte, in der die Grafen von Herberstein durch die Jahrhunderte eine bedeutende Rolle spielten. Nebst den kunstgeschichtlichen Hinweisen und Erklärungen vermittelte er uns auch die missionarischen Inhalte der Fresken, Bilder, der geweihten Altäre, sowie der prachtvollen Sakristei mit farblich kontrastierten Wänden aus der Rokkoko Zeit. Sichtlich beteten auch einige der Teilnehmer.

Anschließend fuhren wir zur ehemaligen Burganlage, dem Gartenschloss Herberstein, und sammelten uns im großen blumengeschmückten Florentinerhof mit von Pfeilern und Säulen getragenen Arkaden. Von dort bekamen wir eine Führung durch die verschiedenen Trakte und Stockwerke mit engen Wendeltreppen, Schlafzimmern, Kinderzimmern, ´Donnerbalken´, Salons, größeren Hallen und sonstigen Räumlichkeiten, die noch immer mit Originalmöbeln eingerichtet sind. Von besonderem Augenmerk war die Figur des Hl. Georg in der Schlosskapelle (siehe Bild). Die einst bedeutendste steirische Familie Herberstein ist seit dem späten 13. Jahrhundert im Besitz des heutigen Gartenschlosses mit Tierpark.

Im Florentinischen Hof des Gartenschlosses

Im Florentinischen Hof des Gartenschlosses

Hier erwähnte OB Dr. Dieter Schneeweiß dankenswerterweise, dass das Schloss während der russischen Besatzung (1945-55) von einem gebildeten russischen Offizier vor den ansonsten üblichen Plündereien und Zerstörungen geschützt wurde. Dieser Offizier wusste, dass Sigismund von Herberstein vor ca. 500 Jahren als Gesandter des Kaisers jenen unbekannten Teil Europas erschloss, was ihm den Titel ´Columbus von Russland´ eintrug, und darüber in Zentraleuropa berichtete, worauf gebildete Russen bis heute stolz und dankbar sind.

Nach einer Wanderung durch den im Barockstil angelegten und gepflegten Garten des Schlosses und vorbei an einem Käfig mit kleinen Affen inmitten eines Teiches mit großen silbrig-rosa-farbenen Forellen, bestiegen wir wieder den Bus und fuhren nur wenige Kilometer weiter nach Kaibing zur angekündigten steirischen Brettljausen. Und zwar – Gott sei Dank, im Buschenschank – wo der Wirt niemand anderer, als Karl Breitenberger war. Wieder wurde unsere gesamte Gruppe von ca. 25 Leuten gut bedient und es gab ein durchwegs fröhliches Beisammensein. Kanzler Stolberg ergriff dort das Wort und dankte der Familie Halbgebauer bzw. Pivec, die den ganzen Tag über so gastfreundlich und hilfreich war. Kurz vor 8 Uhr abends bewegte sich der Bus schließlich gen Wien, wo er die Gesellschaft um knapp vor 22 Uhr wieder am Schwedenplatz aussteigen ließ.

Es lässt sich zusammenfassen, dass der Ausflug mit der stressfreien Busfahrt, dem herrlichen Mittagessen, den kulturell interessanten Kirchen- und Schlossbesuchen, sowie der köstlichen Brettljausen sehr gelungen war.

Thomas-Morus-Preis 2018

Thomas-Morus-Preis erstmals verliehen


Englischer Staatsmann als Vorbild für unsere Politiker


Im Rahmen eines Festaktes in Anwesenheit des Apostoli­schen Nuntius, S.E. Peter Zurbriggen, sowie von Abt Maximilian Heim OCist, wurde gestern Abend im gesteckt vollen Kaisersaal des Stiftes Heiligenkreuz erstmals der Thomas-Morus-Preis, als Stiftung des Alten Ordens vom St. Georg, auch Orden der Vier Römischen Kaiser, an Seine Eminenz Ernest Kardinal Simoni aus Albanien verliehen.

Die Verlei­hung erfolgte nach jahrelanger Suche in einem strengen Auswahlverfahren eines geeigneten Laureaten, der, nach dem Vorbild des englischen Lordkanzlers und Staatsmannes Sir Thomas More, zum eigenen Nachteil konsequent Zeugnis erbracht hat für den Primat der Wahrheit im Gegensatz zur weltlichen Macht.

Prinz-Liechtenstein-erklaert-Thomas-Morus-Preis

Prinz Liechtenstein erklärt den
Thomas-Morus-Preis

Prinz Gundakar von und zu Liechten­stein, Gouverneur des Alten Ordens vom St. Georg, erklärte die höchst aktuelle Bedeutung der Auszeich­nung, weil Papst Johannes Paul II. den englischen Lordkanzler, Topjuristen und hochgebildeten Humanisten, in seinem Motu Proprio vom 31. Oktober 2000 zum Patron und Vorbild für Juristen, Politiker und Regierende erklärt hat. In entwaffnend humorvoller Art widerstand Morus vor 500 Jahren den schmeichelhaften Versu­chungen und schließlich der brutalen Macht­poli­tik König Heinrichs VIII., wofür er mit seiner Hinrichtung am Schafott beim Tower von London bezahlen musste, so Liechtenstein.

Leidensweg als Gnadenakt für den Gekreuzigten

Wie Altabt Gregor Henckel von Donnersmarck OCist in seiner Laudatio ausführte, wurde Don Ernest Simoni 1963 als junger, frisch geweihter Priester, der für den soeben in Dallas einem Attentat zum Opfer gefallenen US-Präsidenten John F. Kennedy eine Messe gelesen hatte, in der Christmette vor versammelter Glaubens­gemeinde vom Altar weg verhaftet, dann gefoltert und zum Tode verurteilt. So begann sein Leidensweg im kommunistischen Albanien.

Im marxistisch-ideologischen Kampf des laut Eigendefinition „ersten atheistischen Staates“, der die kirchlichen Strukturen zerstörte, sowie die religiöse Praxis und den Glauben an Gott untersagte, wurde Don Simoni dann zu lebenslanger schwerster Zwangs­arbeit im Bergwerk und als Kanalräumer im stinkenden Kot von Shkodra „begnadigt“. Wobei das Regime hier versuchte, ihn mit verlockenden Angeboten eines welt­lichen Lebens, zu anti-kirchlichen Aussagen zu ködern, was er aber entschieden ablehnte.

Altabt-Gregor-im-vollen-Kaisersaal

Altabt Gregor im vollen Kaisersaal

Gleich Thomas Morus, der zu schlau war, sich offen gegen seinen teuflisch böse gewordenen ehemaligen Freund, König Heinrich VIII., zu äußern, breitete Kardinal Simoni über seine Leiden, Schrecken, Schmerzen und Schikanen ein Tuch des Schweigens, sprach nie schlecht über die Regierung und Politik des Partisanen Enver Hoxha, über seine Feinde. Die Hölle von zum Tode führenden Verhören, waren psychologisch für ihn das Kreuz, welches er die Gnade hatte, für Christus tragen zu dürfen.

Versöhnung beruht auf Wahrheit, nicht auf Verschweigen

Mehr noch, blieb er im Geheimen aktiv als Seelsorger, hörte Beichte, las täglich die hl. Messe und wurde so zu einer außer­ordent­lich starken geistlichen Stütze für seine Mithäft­lin­ge und deren Familien. Erst nach dem Fall des kommunistischen Regimes 1991 kam der Priester wieder frei und folgte seiner Berufung als Geistlicher. Indem er auf Wahrheit setzte anstatt auf Verschweigen, sowie den Hass aus den Herzen der verfeindeten Menschen seines Heimat­landes vertrieb, schaffte er echte Versöhnung, wusste Altabt Gregor aus der Vita des Geehrten zu berichten.

Bald nachdem Papst Franziskus während seines Albanien-Besuches 2014 die 27 Jahre dauernde Leidens­geschich­te aus dem Mund des albanischen Priesters gehört hatte, kreierte er Don Ernest zum Kardinal Simoni. Insofern erhält Kardinal Simoni als Repräsentant aller, wäh­rend des Kommunismus unter Enver-Hoxha unterdrückten und verfolgten Christen Albaniens, diesen konzeptionell einmaligen Preis, der in nicht näher definierten Zeitabstän­den, aber immer um den katholischen Gedenktag des hl. Thomas Morus (22. Juni), an verdiente Männer und Frauen verliehen werden soll.
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Thomas Morus Silbermedaille und Spende

Kardinal-Simoni-erhaelt-die-Thomas-Morus-Medaille

Kardinal Simoni erhält die
Thomas-Morus-Medaille

Bei dem Preis handelt es sich um eine Silbermedaille, 9 cm im Durchmesser, mit dem Hl. Thomas Morus auf der Vorderseite und Revers dem Hl. Georg als Drachentöter. Vor Überreichung der Thomas-Morus-Medaille, welche in einem großen, Buch-artigen Behältnis eingebettet ist, las Prinz Liechtenstein auch die eingebundene Urkunde vor, die in ihrer hand­schrift­lich prachtvoll gestalteten Aufmachung an mittelalterliche Regesten aus kaiserlich-königlichen Archiven erinnert. Zusätzlich spendete der St.Georgs-Orden € 5.000,- für wohltätige Projekte Simonis in Albanien.

Schließlich ergriff der Preisträger, Kardinal Simoni, selbst das Wort, dankte und erzählte, wie er mit den körperlichen wie geistig-seelisch erniedrigenden Umstän­den während der vielen Jahre fertig wurde. Aber auch von der Kraft und Ausdauer, welche er durch das Gebet, die tägliche Eucharistie und Gnade Gottes erhalten hatte. In diesem Sinne empfahl er der Wohl­stands­­-verwöhnten Gesellschaft des Westens, mehr zu beten, zu glauben und zu lieben.

Wien, 22. Juni 2018

Zusätzliche Information:

Wer qualifiziert sich für den Thomas-Morus-Preis?

In Zeiten allgemeinen Werteverfalls, geistiger Verarmung und einer Politik, die mit unverantwortlichen Versprechungen und ohne jegliche gewis­sen­hafte mora­lische Ausrichtung, das Sozialgefüge zum Nachteil von Familien, Jugend, Alten, Schwachen und Ausgegrenz­ten verändert, sollen die geehrten Laureaten aus den Disziplinen Politik, Medizin, Wissen­schaft, Forschung, Wirtschaft und Publizistik, den Regierenden und Politikern als glaubwürdige Vorbilder für sittliches Verhalten, Mut in Wort und Handeln, sowie für gerechte, konsequent selbstlose Entscheidungen dienen.

Zur Veranstaltung erschien in der überregionalen katholischen Wochenzeitung “Die Tagespost” folgender Beitrag, hier in der Online-Ausgabe der Zeitung nachzulesen.

Ernest Kardinal Simoni erhält den erstmals verliehenen Thomas Morus-Preis

Von Ingo Langner

Der Thomas-Morus-Preis wird an Kardinal Ernest Simoni verliehen. Foto: Stift Heiligenkreuz (Quelle: https://www.stift-he… Foto: Elisabeth Fürst)

Wie ehrt man einen Mann, der standhaft und unbeeindruckt von heftigsten Widerständen aller Art seinen Herrn und Gott auch dann nicht verrät, wenn ihm seine Feinde deswegen 28 Jahre lang Zwangsarbeiten in Lagern, Bergwerken und Kloaken aufbürden? Wenn er ein katholischer Priester ist, dann kann dieser Mann in Purpur gekleidet und von seinem Papst zum Kardinal der römisch-katholischen Kirche kreiert werden. Genau dies ist Ernest Simoni widerfahren.

Altabt-Gregor-bei-der-Laudatio

Altabt Gregor bei der Laudatio

Nachdem der gebürtige Albaner Simoni am Heiligen Abend 1963 gleich nach der von ihm gefeierten Christmette von Schergen des kommunistischen Machthabers Enver Hoxha verhaftet, zweimal zum Tode verurteilt und zweimal von diesem KP-Chef wohl nur deshalb begnadigt wurde, um ihn zum Skelett abmagern zu lassen und qualvoll zu Tode zu schinden, ist er erst  nach dem Sturz der albanischen „Diktatur des Proletariats“ im Jahr 1990 wieder ein vollkommen freier Mann. Papst Franziskus nahm Don Ernest am 19. November 2016 in das Kardinalskollegium auf. Womit also ließe sich dieser am 18. Oktober 1928  in Troshan geborene und am 7. April 1956 zum Priester geweihte Mann darüber hinaus noch ehren?

Genau diese Frage haben sich die Ritter vom historischen weltlichen Alten Orden vom St. Georg gestellt. Den man auch den Orden der Vier Römischen Reiche nennt, der auf eine Stiftung der Kaiser Heinrich VII. und Karl IV. im 14. und Kaiser Sigismund im 15. Jahrhundert zurückgeht, und dessen Schirmherr bis zu seinem Tode 2011 vierzig Jahre lang Erzherzog Otto von Habsburg-Lothringen war.

Weil die Ordensritter, die heute vor allem Akademiker in führenden gesellschaftlichen Positionen sind, nach dem Vorbild des Hl. Georg gehalten sind, in privaten und öffentlichen Bereichen gegen die „acht Elende“ zu kämpfen (womit Krankheit, Verlassenheit, Heimatlosigkeit, Hunger, Lieblosigkeit, Schuld, Gleichgültigkeit und Unglaube gemeint sind) und der Hl. Thomas Morus als Patron der Juristen, der christlichen Politiker und Regenten auch ihr Schutzpatron ist, beschlossen sie, Ernest Kardinal Simoni zum ersten Preisträger des von ihnen vor etwa zwei Jahren etablierten Thomas Morus Preises zu machen. Diese mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung ist dem Kardinal am 21. Juni im Rahmen eines Festaktes im Kaisersaal des Stifts Heiligenkreuz verliehen worden.

Ernest-Kardinal-Simoni-und-Nuntius-Peter-Zurbriggen

Ernest Kardinal Simoni und
Nuntius Peter Zurbriggen

Wer das Zisterzienser Kloster im schönen Wienerwald kennt, weiß, daß man in Österreich kaum einen schönen Ort dafür finden konnte. Der Preis selbst wurde dem Kardinal im Anschluß an die Pontifikalvesper mit dem Apostolischen Nuntius Dr. Peter Stephan Zurbriggen von Gundakar Prinz von und zu Liechtenstein überreicht. Doch zuvor war es die Aufgabe von Altabt Gregor Henckel-Donnersmarck, die mehr als 200 Gäste mit der Vita des Preisträgers zu konfrontieren.

Er tat das, indem er – sich immer wieder auf die von Mimmo Muolo verfaßte (und in der Tagespost vom 14. Juni rezensierte) Biographie beziehend – nicht nur die Herzen seiner Zuhörer mit der Lebens- und Leidensgeschichte des Kardinals rührte, sondern ihn darüber hinaus als einen Mann zu preisen, der auch unter allerschwersten Qualen immer ein wahrer und würdiger Priester der heiligen katholischen Kirche geblieben und selbst noch in einem Bergwerksstollen tief unter der Erdoberfläche ein echter Seelsorger gewesen ist, der auch seine Feinde geliebt hat. „Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig“, sagt Jesus (nach Matthäus 10.38). Genau das hat der Priester Ernest Simoni getan. Die mit dem Kardinalspurpur verbundene Pflicht, Christus bis zum Blutvergießen zu bezeugen, hat er bei seiner Kreierung bereits vollbracht.

Jeder Preisträger des Thomas Morus Preises soll in dem Sinne ein Vorbild des Heiligen sein, der nicht der Macht, sondern dem höchsten Ideal der Gerechtigkeit gedient hat. Eben darum ist Ernest Kardinal Simoni ganz ohne Zweifel ein Mann, der diesen Preis in jeder Hinsicht voll und ganz verdient hat. „Wir müssen mehr lieben, mehr beten und den Armen helfen“, war seine Botschaft für die Festgäste in Heiligenkreuz. Die Ritter des Alten Ordens vom St. Georg haben also eine vorzügliche Wahl getroffen.

Mit freundlicher Genehmigung der überregionalen katholischen Wochenzeitung “Die Tagespost“.

Ordensabend Juni 2018

Karl Marx und Marxismus light

Die schleichende Umgestaltung der Gesellschaft, gesehen von Frau Inge M. Thürkauf

Einige in diesem Gedenkjahr stattfindende Ehrungen beschäftigen sich auch mit dem vor 200 Jahren geborenen Karl Marx, der mit seinen durchaus gegensätzlich interpretierten Werken sowohl die wirtschaftliche als auch die politische Entwicklung in weiten Teilen der Welt beeinflusste. Unsere Referentin an diesem Ordensabend, Inge M. Thürkauf, eine in der Schweiz lebende deutsche Publizistin, nahm in ihren Ausführungen sein Leben und Wirken näher in Augenschein. Sie ging dabei auf einige spezielle Seiten des 1883 in London gestorbenen bürgerlichen Philosophen und Protagonisten der Arbeiterbewegung ein. Gemeinsam mit seinem reichen Freund aus industriellem Haus und Co-Autor von „Das Kapital“, Friedrich Engels, propagierte er den Klassenkampf zwischen Arbeiterschaft und Großbürgertum. Dass er bis heute gesellschaftspolitische Bedeutung hat, zeige sich in der Form eines salonfähig gemachten „Marxismus light“, der die schleichende Umgestaltung der Gesellschaft betreibt.

Ordensabend Mai 2018

Wenn der Wind sich dreht – Beginnt eine neue politische Ära?


Buchpräsentation durch die Brüder Daniel und Fabio Witzeling


Im Rahmen des Ordensabends im Mai 2018 präsentierten die noch jungen aber weltanschaulich bereits erfahrenen Brüder Mag. Daniel Witzeling (Psychologe) und Fabio Witzeling MA (Soziologe) ihr kurz zuvor erschienenes neues Buch Wenn der Wind sich dreht – Beginnt eine neue politische Ära?

Wie aus ihren Recherchen abzulesen sei, so die Autoren, würden die gängigen Denkweisen in eine soziokulturelle Sackgasse führen. Die Krisen der letzten Jahre offenbarten die Leere hinter dem gesellschaftspolitischen Phantasma der „offenen Gesellschaft“, welches nationale und regionale Eigenheiten unterminiert. Der pseudomoralische Schutzwall aus absurden Sprachregelungen und quasi Denkverboten verkomme im kalten Wind der sozialen Realität. Gesellschaftlicher Sinnverlust und subjektive Orientierungslosigkeit seien der Grund für das zunehmende kulturelle Unbehagen. Als Reaktion darauf stellten sie in Zeiten des rapiden Wandels die dringende Notwendigkeit der eigenen Identität und des in Anbetracht neuer Realitäten geforderten Umdenkens in den Vordergrund. Nach dem Ende des sehr klar formulierten Vortrags wurde die Thematik noch ausführlich diskutiert.